Wasserschutzgebiet / Kooperation

Wasserschutzgebiet
Der vorbeugende Schutz des Grundwassers gehört zu den bedeutenden Zukunftsaufgaben. Die Stadtwerke haben daher für ihre Wassergewinnungsanlage „Kossen-Tannen“ Ende 2008 durch den Landkreis Emsland ein neues Wasserschutzgebiet festsetzen lassen. So wird das Trinkwasser nachhaltig geschützt

Das Wasserwerk der Stadt versorgt derzeit rund 24.000 Einwohner sowie Gewerbebetriebe in der Stadt Meppen mit Ausnahme der Ortsteile. Die Fördermenge beträgt etwa 1,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Durch das auf 30 Jahre befristete neue Wasserschutzgebiet ist die Qualität des Wassers nunmehr beständig gesichert. Damit wird auch den Vorgaben der Europäischen Union gefolgt. Das neue Wasserschutzgebiet befindet sich im Nordosten des Meppener Stadtgebietes. Ein kleiner Anteil liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Stavern. Die Stadtwerke haben im Schutzgebiet in den letzten Jahren ca. drei Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen erworben, um so unter anderem hohe Nitrateinträge aus dem intensiven Ackerbau in das Grundwasser vorzubeugen. Darüber hinaus liegen im Schutzgebiet rund 30 Hektar Wald im Eigentum der Stadtwerke.

Der Landkreis Emsland hat das Wasserschutzgebiet Ende 2008 durch eine Verordnung festgesetzt. Diese beinhaltet zahlreiche Verbote und Einschränkungen, die allesamt dem besonderen und nachhaltigen Schutz des Grundwassers dienen. So gelten für die Landwirtschaft Regeln, die den Nitrateintrag in das Grundwasser minimieren sollen. Weitere Vorschriften betreffen den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und den Abbau von Boden. Da die Gefahr für das genutzte Grundwasser mit zunehmendem Abstand von den Förderbrunnen abnimmt, wurde das neue Wasserschutzgebiet in mehrere Bereiche unterteilt. Insgesamt umfasst das Schutzgebiet eine Gesamtfläche von 1.160 ha und gliedert sich in einen

  • Fassungsbereich (Zone I),
  • eine engere Schutzzone (Zone II)
  • und eine weitere Schutzzone (Zone III A und III B) auf.

In der eingezäunten Schutzzone I befinden sich die sechs Entnahmebrunnen des Wasserwerkes, die aus einer Tiefe von rd. 50 m das Grundwasser für die Aufbereitungsanlage fördern. Die Zone I (Fassungsbereich) dient dem Schutz der Gewinnungsanlage vor Verunreinigungen und sonstigen Beeinträchtigungen und liegt in einem Umkreis von 10 m allseitig um die Förderbrunnen des Wasserwerkes.

Die Zone II (Engere Schutzzone) soll den Schutz vor biologischen Verunreinigungen durch pathogene Mikroorganismen (Krankheitserreger) und vor sonstigen Beeinträchtigungen gewährleisten, die von verschiedenen menschlichen Tätigkeiten (Landnutzung usw.) und Einrichtungen ausgehen. Die engere Schutzzone erstreckt sich um die jeweilige Brunnenachse mit einem Radius von 130 m. Durch die gegenseitige Überlagerung ergeben sich zusammenhängende Teilflächen.

Die Zonen III A und III B (Weitere Schutzzone) sollen das Grundwasser vor schwer abbaubaren chemischen Verunreinigungen und Beeinträchtigungen schützen. Die weitere Schutzzone erstreckt sich von der Grenze der Schutzzone II bis zum Ende des Einzugsgebietes bis auf Höhe der Ortslage Apeldorn. Die Ortslage selbst ist jedoch nicht eingeschlossen.

Die östliche Grenze des Schutzgebietes verläuft zunächst entlang des Moorweges und ab dessen Einmündung in die B 402 in südsüdwestliche Richtung westlich der Ortslagen Heidesiedlung und Bokeloh zum geplanten Seitenkanal Gleesen – Papenburg (Damm). Die nördliche Abgrenzung des Wasserschutzgebietes verläuft in einem Abstand von ca. 100 bis 150 m südlich des Damms in einem Bogen über die Siedlungs- und Einfamilienhausbebauung im Bereich Bokeloher Straße – Dammstraße – Görrestraße und das Wehr Herrenmühle zum Schlagbrückener Weg, auf den sie auf Höhe der B 402 trifft. Die westliche Begrenzung des Schutzgebietes orientiert sich in etwa am Verlauf des Schlagbrückener Weges.

Kooperation Meppen
Seit 1994 besteht eine Kooperation zwischen der Landwirtschaft und der Wasserwirtschaft mit dem Ziel, Interessenkonflikte zwischen dem Schutz des Trinkwassers und einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung von Flächen in den Trinkwassergewinnungsgebieten kooperativ zu lösen.

Beteiligte:
  • Vertreter des Landkreises Emsland
  • Vertreter der Landwirte
  • Vertreter der Landwirtschaftskammer
  • Vertreter des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz)
  • sowie Vertreter der Wasserversorgungsunternehmen Stadtwerke Meppen und Trink- und Abwasserverband Bourtanger Moor
Finanziert wird die Arbeit in der Kooperation überwiegend durch die Wasserentnahmegebühr sowie aus Mitteln der Europäischen Gemeinschaft. Mit diesen Mitteln werden u. a. freiwillige Vereinbarungen mit den bewirtschaftenden Landwirten geschlossen. Die breite Akzeptanz bei den landwirtschaftlichen Betrieben belegt die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Stadtwerken.